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absolute schwachstellen

lernte June. Nein, nicht nur den Spaß am Sex, den auch.

Vor allem lernte sie viel über die wunderschönen Worte, Gesten, Blicke, die Männer so schenken können als Gegenleistung für ein stück Fleisch.

ICH habe sie
ich HABE sie
ich habe sie GEHABT.

Und über den Schmerz, der bleibt, wenn man sich als vermeintlich begehrtes, ja geliebtes Wesen wiederfindet als Eroberung von gestern.

Ich habe sie GEHABT.

Und so traf June den Entschluss sich ficken, aber nicht mehr "haben" zu lassen. Und den Körper zu teilen mit dem "Eroberer", die Seele, das Herz, Sehnsucht, Träume, Liebe jedoch zu verschließen.

Unter manchmal mehr als sieben Siegeln.

Lieber sich selbst verbrennen als verbrannt werden.
Auch um den Preis zu verlieren, was sie immer begleiten wird.

Als die Wunde, die sie sich selbst schlug größer war, als die, die ihr jemals ein Anderer zugefügt hatte begriff sie, dass ganz selten im Leben aber doch, einer auch etwas passieren kann, das JEDES Risiko wert ist.
Und dass Mauern nicht nur schützen.

Und stand wieder am Anfang und steht da immer noch.
Und hat ficken wieder getauscht gegen Liebemachen.
Machen.
Formen wie aus weichem Lehm,
manchmal hauen wie aus hartem Granit.

Liebe.

Die alles ist, was blebt, was Wert hat - irgendwo, am Ende der Straße.

Und lässt sich wieder Wunden schlagen.
Manchmal mit freiwillig gebundenen Händen.

Doch wer will leben, der sich nicht verletzlich, der sich nicht sterblich macht?

Menschlicher denn je

jetzt
hier
June.

als kind hatte ich diesen traum.
so oft hatte ich ihn.
diesen traum in dem ich gestoßen wurde und fiel.
schreckliche, ewiglange augenblicke lang fiel.
in dem ich schrie und zitterte
und wusste, ich würde sterben,
bis plötzlich meine arme zu flügeln wuchsen, die mich trugen.

und würde ich noch hier schreiben,
so würde ich vielleicht ein märchen erzählen,
von träumen, die wahr werden -
und wenn auch nur für wenige stunden.

von baustelle herz in baustelle blog.
schreiben.

aber ich habe es mir ja verboten.

haut an haut in deinen armen an deiner schulter weinen dürfen.
meine armeen in die wüste schicken und alles überschwemmen.

dem über-ich einen tritt in den arsch verpassen und in schwarz-weiß zu casablanca tränen vergiessen.

müde sein und es gut sein lassen.

lange nacht.

play it again sam.

ja, schmeckt salzig.

meer.
das meer, das ich in mir trage.
aufgepeitscht, schäumend, bricht sich am ufer.
will raus, einfach nur raus.
will fließen dürfen,

würde gerne den umgekehrten weg wählen,
aufgefangen werden in einem bachbett und nach stromschnellen, eingefangen in einem sanften, felslosen bett langsam fließen, hin zur quelle.

und süß geworden friedlich versickern.

und dann bin ich wieder daheim. scheinbar, fühlbar, distanziert.

zwei welten, die niemals miteinander verschmelzen könnten. in der gerade präsenten ist dein "ich habe sehnsucht nach dir" wie eine botschaft in einer fremden sprache. nicht, weil ich sie nicht auch gehabt hätte - nach dir - die ganze zeit über sogar, sondern weil ich mir dich ersehnte als bild, nicht mensch, gefühl, nicht körper.

mein kopf arbeitet seltsam von zeit zu zeit.
immer häufiger eigentlich.
ich werde verrückt. ich ver-rücke (mir meine eigene wirklichkeit)
und finde es nicht einmal verwerflich.
ver-werf-lich.
was sollte ich auch werfen?
ver- oder ins ziel?
ich gebe meinem astigmatismus die schuld.
irgendwer muss schuld haben.
immer.
vor allem am ver-rück(t)en.

hast du gerückt? sag, ganz ehrlich, hast du?
ja, wir kennen die antwort. und es war gut so.
nein, nicht zu-rück-rücken.
da dreh ich dir doch lieber den rücken zu

... und den hintern und .. oh ja, es tut gut, wenn es weh tut ... so viel leben! ...

ich will nur ...

mehr davon.
gierig und unersättlich

me

so beginnen wohl alle schlechten geschichten und nur die wenigsten guten.
"ich dachte ..." trugbild, schein, täuschung, die ent-täuschung immer schon zu direkt vorweggenommen.
"ich dachte ..." also und damit punkt (.)

anderen spuren dagegen folgte ich. ließ bilder neu entstehen mit dem mut sie mich berühren zu lassen. unter-schied. unter-scheiden. warum eigentlich nicht "über"?
im unterscheiden sich bilder überlagern lassen.

verschiedenheiten.
verscheiden.
verschieden.

verschieden oder verschieden?

mehr verschieden denke ich. eine verschiedenheit, die das dahinscheiden nicht tilgen konnte.
so sind wir geschiedene leute in unserer verschiedenheit.

schiedsrichter?
vergessen abzupfeifen?
so eine pfeife.

am anderen ufer lächle ich.
"du liebst nicht mehr."
es ist ein warmes lächeln. so warm, dass es mich selbst erstaunt bis ich spüre, dass die wärme aus meinem kern kommt, der zeitgleich erkaltet.
ihr kennt das vielleicht, dass kälte so kalt sein kann, dass es scheint, sie wäre heiss.

täuschung - ent-täuschung.
ich sagte ja: "ich dachte ..."

er erwidert es nicht, mein lächeln, er scheint es zu absorbieren und nickt.
"ich reise, weißt du?"
"ja, ich weiß. nur bei mir warst du nie mehr." und plötzlich ist sie da, die antwort. die antwort auf fast alles, das mich quälte.

keine erde, kein wasser, kaum feuer ist er da draussen.
ohne mich.
und sucht mich nicht und braucht mich nicht.
die leine soll ich durchtrennen, das ankerseil, das ihn hält.

"lass mich", sagen nun nur noch seine augen, "oh bitte lass mich gehn".

nachts weine ich lautlos.
und hoffe, dass sie wiederkommt, die liebe und wärme, seine liebe und wärme, wem auch immer sie dann gelten mag.

ich kann nicht.
ich kann nicht sagen: "geh".

ich dachte ...
doch dachte nie, ich könnte dir alles sein
ich dachte ...
und weiß, ich könnte nicht sein ohne dich.

du - nicht mein leben
du - meine wurzeln. immer noch.

vertrautester, fremdester.
ich dachte ...
ich wüsste,


was angst ist.

nur die Begierde vibriert weiter, wissend, dass das Schreiben nichts kompensiert, nichts sublimiert, schon gar nicht die Liebe.

niemanden, dem ich lieber in die augen sehe,
niemanden, den ich lieber berühre,
niemanden, den ich lieber küsse,
niemanden, den ich lieber halte,
niemanden, den ich lieber spüre,
niemanden, den ich lieber rieche,
niemanden, den ich lieber höre,
niemanden, dem ich lieber gehöre,

niemanden, den ich lieber hasse,
niemanden, den ich lieber töten würde,
niemanden, den ich lieber verlassen würde,
niemanden, den ich lieber ersetzen würde,
niemanden, den ich lieber vermisse.

die wahrheit ist, es gibt niemanden.

es gibt niemanden, den ich lieber liebe.

müde.

fragt sie - "ältere" LeserInnen sollten sie schon kennen.

"Was weiter? Ich bin neugierig, das ist alles."

Ihr "so so" ist kaum hörbar.
Ich hasse sie. Oh mein Gott wiesehr ich sie manchmal hasse. Manchmal einfach nur für ihren Blick oder ihr *tsss* oder dieses "so so" eben, nach dem sie mich nicht einmal ansieht, nur mit den Füßen baumelt.

Ich höre überdeutlich ihre nichtgesagten Worte und weiß genau: Verdammt sie hat recht. Ja, es ist mehr als nur "Neugierde" und schon gar kein "Zufall". Es ist der Beweis, den ich suche, der Beweis, nicht zu "brauchen", nichts und niemanden und vor allem nicht IHN.

In dem Versuch UNSERE erotische Fantasie mit einem Anderen zu verwirklichen suche ich die Distanz, die ich glaube zu brauche, doch in mir nicht finde.

M.'s Links - irgendwo unter den FAQs:

"Solofrauen, die zum ersten mal einen Club besuchen möchten, empfehle ich einen Begleiter mitzunehmen, dem sie vertraut und der auf sie aufpasst. Nein, nicht weil alle Männer über sie herfallen - sie ist (relativ) sicher vor Übergriffen - sondern damit sie sich geistig fallen lassen kann. (...)"

... und höre mich selbst: "Nur wenn du da bist, um mich aufzufangen, immer dasein müsstest du, nur dann ..."

June, trotziges Traumkind, wie stark ist sie wirklich, die "Neugierde"?