absolute schwachstellen
unheilbar geblendet, verblendet,
glaube ich immer noch an die liebe.
und brauche mehr herz als schwanz,
mehr erotik als sex,
mehr träume als ficks.
untrennbar sind sie eine einheit
der muskel unter meinen rippen
und das loch zwischen meinen beinen.
brauche ich liebe von dem, den ich begehre
und begehre ich den, den ich liebe.
und manchmal scheint mir das die obszönste aller perversionen zu sein.
glaube ich immer noch an die liebe.
und brauche mehr herz als schwanz,
mehr erotik als sex,
mehr träume als ficks.
untrennbar sind sie eine einheit
der muskel unter meinen rippen
und das loch zwischen meinen beinen.
brauche ich liebe von dem, den ich begehre
und begehre ich den, den ich liebe.
und manchmal scheint mir das die obszönste aller perversionen zu sein.
june - am Sonntag, 10. April 2005, 14:29 - Rubrik: absolute schwachstellen
"Bin ich verliebt? - Ja, weil ich warte." Er, der Andere wartet nie. Manchmal möchte ich den Nicht-Wartenden spielen; ich versuche mich anderweitig zu beschäftigen, zu spät zu kommen; aber bei diesem Spiel verliere ich immer; was ich auch tue. (...)
Die fatale Identität des Liebenden ist nichts anderes als dieses ich bin der, der wartet.
~~~
Ein Mandarin war in Liebe zu einer Kurtisane entbrannt. "Ich werde Euch angehören, sagt sie, wenn Ihr in meinem Garten unter meinem Fenster, auf einem Schemel sitzend hundert Nächste meiner harrend verbracht habt."
Aber in der neunundneunzigsten Nacht erhob sich der Mandarin, nahm seinen Schemel unter den Arm und machte sich davon.
Roland Barthes, "Fragmente einer Sprache der Liebe"
-> the waiting game - part I
june - am Samstag, 19. Februar 2005, 17:40 - Rubrik: absolute schwachstellen
sie lauert im eck.
ja, da, dort hinten, ganz gemütlich auf drei kissen hat sie sich breit gemacht mit ihrer schmusedecke.
sie sitzt da schon seit einigen tagen und versucht es immer wieder.
und immer wieder schiele ich verstohlen zu ihr rüber. zu meiner süßen, kleinen, ausgewachsenen, altbekannten winterdepression.
nein, mädl, nein. heuer nicht. ab und zu ein abend, okay, aber heuer ziehst du definitiv NICHT bei mir ein.
weil dir zeig ich's auch noch, du miststück.
ich sag dir was, du kannst mich mal.
ja, da, dort hinten, ganz gemütlich auf drei kissen hat sie sich breit gemacht mit ihrer schmusedecke.
sie sitzt da schon seit einigen tagen und versucht es immer wieder.
und immer wieder schiele ich verstohlen zu ihr rüber. zu meiner süßen, kleinen, ausgewachsenen, altbekannten winterdepression.
nein, mädl, nein. heuer nicht. ab und zu ein abend, okay, aber heuer ziehst du definitiv NICHT bei mir ein.
weil dir zeig ich's auch noch, du miststück.
ich sag dir was, du kannst mich mal.
june - am Mittwoch, 16. Februar 2005, 18:25 - Rubrik: absolute schwachstellen
die ewige frage:
bestimmt mein wesen meine sexualität
oder meine sexualität mein wesen?
der ewig andauernde, ewig wieder aufflammende kampf gegen den phallus als symbol der unterwerfung der frau einerseits, die lust an der unterwerfung, auslieferung meiner selbst und meines körpers an ein männliches "du" andererseis.
kämpfen gegen ein system, das die frau als gebrauchswert, tauschwert festsetzt unter männern, seit so vielen jahren schon. heftig, leidenschaftlich, manchmal verbissen, selten verbittert.
in der umschlingung dann nur genommen werden wollen, in besitz genommen werden wollen, als objekt diesem subjekt sich ausliefern, hingeben.
da draussen gegen alle fesseln ankämpfen, die dieses system bereithält, hier drinnen sie bereitlegen.
muss ich argumentieren, rechtfertigen? immer und immer wieder? wen vor wem? mich vor dir? oder vor mir?
ja. es scheint ich muss.
CREDO:
unterwerfung und unterdrückung sind gegensätze.
das ist der punkt, der wichtigste punkt überhaupt. die essenz meiner submissivität.
am anfang ist das geschenk. ich schenke mich dir.
ich bin zwei und mehr. mich gibt es nur geteilt und nur als ganzes.
Alice (im Wunderland?)
Wie kann man leben "mit einer einzigen Seite, einem einzigen Gesicht, einem einzigen Sinn. Auf einer einzigen Ebene. Ständig auf der einen Seite des Spiegels. [...] Ganz allein war Alice woanders, war sie bei allen Wundern anwesend. Kam und ging sie von einer Seite auf die andere. [...] Und weil sie immer verschwiegen war, weil sie immer alles versteckt hat, und weil niemand sie in dieser geheimen Falte entdeckt hat, glaubt sie, dass sie lediglich alles umzustülpen braucht. Sich nur in ihrer Nacktheit bloßzustellen braucht, damit man, damit er, sie anschauen, anfassen, nehmen kann. [...]
Wie kann man wirklich messen, was hinter der Wand der Projektionen stattfindet. Was seine/diese Grenzen überschreitet. Die noch eigenen Grenzen. Es kann sogar innerhalb des (der) noch Vorstellbaren sein. Aber wie kann man jenseits dieses Horizonts gelangen? Ohne Zielpunkt vor den Augen begehren? Die andere Seite des Spiegels anstreben?
Draußen, Alice, ist die Nacht. Nichts ist zu sehen."
(Luce Irigaray. Das Geschlecht, das nicht eins ist)
bestimmt mein wesen meine sexualität
oder meine sexualität mein wesen?
der ewig andauernde, ewig wieder aufflammende kampf gegen den phallus als symbol der unterwerfung der frau einerseits, die lust an der unterwerfung, auslieferung meiner selbst und meines körpers an ein männliches "du" andererseis.
kämpfen gegen ein system, das die frau als gebrauchswert, tauschwert festsetzt unter männern, seit so vielen jahren schon. heftig, leidenschaftlich, manchmal verbissen, selten verbittert.
in der umschlingung dann nur genommen werden wollen, in besitz genommen werden wollen, als objekt diesem subjekt sich ausliefern, hingeben.
da draussen gegen alle fesseln ankämpfen, die dieses system bereithält, hier drinnen sie bereitlegen.
muss ich argumentieren, rechtfertigen? immer und immer wieder? wen vor wem? mich vor dir? oder vor mir?
ja. es scheint ich muss.
CREDO:
unterwerfung und unterdrückung sind gegensätze.
das ist der punkt, der wichtigste punkt überhaupt. die essenz meiner submissivität.
am anfang ist das geschenk. ich schenke mich dir.
ich bin zwei und mehr. mich gibt es nur geteilt und nur als ganzes.
Alice (im Wunderland?)
Wie kann man leben "mit einer einzigen Seite, einem einzigen Gesicht, einem einzigen Sinn. Auf einer einzigen Ebene. Ständig auf der einen Seite des Spiegels. [...] Ganz allein war Alice woanders, war sie bei allen Wundern anwesend. Kam und ging sie von einer Seite auf die andere. [...] Und weil sie immer verschwiegen war, weil sie immer alles versteckt hat, und weil niemand sie in dieser geheimen Falte entdeckt hat, glaubt sie, dass sie lediglich alles umzustülpen braucht. Sich nur in ihrer Nacktheit bloßzustellen braucht, damit man, damit er, sie anschauen, anfassen, nehmen kann. [...]
Wie kann man wirklich messen, was hinter der Wand der Projektionen stattfindet. Was seine/diese Grenzen überschreitet. Die noch eigenen Grenzen. Es kann sogar innerhalb des (der) noch Vorstellbaren sein. Aber wie kann man jenseits dieses Horizonts gelangen? Ohne Zielpunkt vor den Augen begehren? Die andere Seite des Spiegels anstreben?
Draußen, Alice, ist die Nacht. Nichts ist zu sehen."
(Luce Irigaray. Das Geschlecht, das nicht eins ist)
june - am Sonntag, 13. Februar 2005, 19:56 - Rubrik: absolute schwachstellen
volltreffer!
*buff*
*buff*
june - am Mittwoch, 9. Februar 2005, 21:23 - Rubrik: absolute schwachstellen
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einen liebesbrief würde ich schreiben, wenn ich könnte, wenn ich jetzt (noch) könnte, wenn die angst nicht so groß wäre, vor den scherben, die deine füße hinterlassen, wenn sie über meine worte stolpern, als wären sie gestrüpp, das du zerreißen musst, um dich nicht in ihm zu verfangen
"du willst ...", wehrst du dich, "du bist ...", "du brauchst ..."
ver-stehen
nein,
ver-stellen (den weg - und nicht nur den)
stehe ich im weg?
verstelle ich den weg?
welchen weg? es gab nie einen weg. es gab immer nur träume - und hoffnung.
die hoffnung die ver-wirklichung einiger dieser, einiger dieser ganz besonderen, ganz un-gewöhnlichen im "du" gefunden zu haben glaub(t)en.
das traum-ich verträgt keine be-wertung, muss zu-schlagen, wenn es sich ge-, er-griffen fühlt.
ja, das ist es.
zu-schlagen - in der zer-rissenheit zwischen zuschlagen und den zuschlag geben.
die ver-wirklichung ver-geben - oder wirklich geben? - was un-möglich ist. un-sagbar un-säglich.
da ver-sagen wir es uns doch lieber.
ver-kehren die worte (im [uns eigenen] babylonischen sprachgewirr) besser als uns zu be-kehren zu dem, was einst wichtig war. zu wichtig wurde, zer-schlagen werden muss.
könnte doch nur noch einmal der zweifel stärker sein als die ver-zweiflung. die frage wichtiger als die antwort.
sehn-sucht. sucht. meine. nach der frage, nach dem wort.
ab-lehnung total gegen-über der ant-wort.
so lehne ich mich gegen dein wort.
und verweigere sie, die ent-schuld-igung, weil wir sie nicht tragen, die schuld
nicht du und nicht ich.
ich finde, es lastet schon entschieden genug auf unseren schultern.
"du willst ...", wehrst du dich, "du bist ...", "du brauchst ..."
ver-stehen
nein,
ver-stellen (den weg - und nicht nur den)
stehe ich im weg?
verstelle ich den weg?
welchen weg? es gab nie einen weg. es gab immer nur träume - und hoffnung.
die hoffnung die ver-wirklichung einiger dieser, einiger dieser ganz besonderen, ganz un-gewöhnlichen im "du" gefunden zu haben glaub(t)en.
das traum-ich verträgt keine be-wertung, muss zu-schlagen, wenn es sich ge-, er-griffen fühlt.
ja, das ist es.
zu-schlagen - in der zer-rissenheit zwischen zuschlagen und den zuschlag geben.
die ver-wirklichung ver-geben - oder wirklich geben? - was un-möglich ist. un-sagbar un-säglich.
da ver-sagen wir es uns doch lieber.
ver-kehren die worte (im [uns eigenen] babylonischen sprachgewirr) besser als uns zu be-kehren zu dem, was einst wichtig war. zu wichtig wurde, zer-schlagen werden muss.
könnte doch nur noch einmal der zweifel stärker sein als die ver-zweiflung. die frage wichtiger als die antwort.
sehn-sucht. sucht. meine. nach der frage, nach dem wort.
ab-lehnung total gegen-über der ant-wort.
so lehne ich mich gegen dein wort.
und verweigere sie, die ent-schuld-igung, weil wir sie nicht tragen, die schuld
nicht du und nicht ich.
ich finde, es lastet schon entschieden genug auf unseren schultern.
june - am Dienstag, 8. Februar 2005, 19:18 - Rubrik: absolute schwachstellen
geladen.
den ganzen tag schon.
eigentlich bereits die ganze letzte woche.
aggressiv, unleidlich, unkonzentriert, unrund, unruhig, dünnhäutig, aufbrausend.
eine autofahrt so nah am streit.
die fünf augenblicke, die du sitzen bleibst, einfach sitzen bleibst. fünf augenblicke und der letzte, der den ausschlag gibt.
"bitte küss mich".
die weichsten lippen der welt.
das kann es doch nicht sein.
das KANN es nicht sein.
dass das alles ist, was zählt?
alles wegwischt. jeden stolz, jedes rechthabenwollen, jede wut, versteifung, verkrampfung, alle "prinzipien"?
"bitte küss mich".
wie teenager. fast "unschuldig". so zart, so nah, so weich..
"bitte küss mich".
diese mauern sind es wert zu fallen.
zu schmelzen.
pause. timeout. morgen wieder, oder den tag danach.
nicht heute.
ich muss es nicht aussperren, es flieht ganz von selbst.
nur ein kuss.
und er hält immer noch an.
den ganzen tag schon.
eigentlich bereits die ganze letzte woche.
aggressiv, unleidlich, unkonzentriert, unrund, unruhig, dünnhäutig, aufbrausend.
eine autofahrt so nah am streit.
die fünf augenblicke, die du sitzen bleibst, einfach sitzen bleibst. fünf augenblicke und der letzte, der den ausschlag gibt.
"bitte küss mich".
die weichsten lippen der welt.
das kann es doch nicht sein.
das KANN es nicht sein.
dass das alles ist, was zählt?
alles wegwischt. jeden stolz, jedes rechthabenwollen, jede wut, versteifung, verkrampfung, alle "prinzipien"?
"bitte küss mich".
wie teenager. fast "unschuldig". so zart, so nah, so weich..
"bitte küss mich".
diese mauern sind es wert zu fallen.
zu schmelzen.
pause. timeout. morgen wieder, oder den tag danach.
nicht heute.
ich muss es nicht aussperren, es flieht ganz von selbst.
nur ein kuss.
und er hält immer noch an.
june - am Montag, 24. Januar 2005, 21:22 - Rubrik: absolute schwachstellen
ich spüre es noch immer nicht, mein begehren, meine lust, mein sexuelles selbst, noch nicht mal mehr meine wut.
all diese monstren der geschichte scharen sich um mich, die so faszinierend grausam sind in ihrer kastrationswut, die frauen bis zur unkenntlichkeit verstümmeln, nur um ihnen eine eigene sexualität zuerkennen zu können. als müsste sie als mensch völlig ausradiert werden, um sexuelles wesen sein zu dürfen.
um den preis sonst nichts zu sein als marionette, zu formende materie, zu füllende hülle darf sie muschi sein, loch, das personifizierte gierige nichts.
und die sätze reichen einander die hand. seine, deine, die aufgeschnappten in öffentlichen verkehrsmitteln, lokalen, die des vaters, der jungen im schulhof. all diese subjekte mit ihrer qua phallus gegebenen definitionsmacht, das objekt fest im griff des blicks.
unter diesem blick bin ich aus meiner fragilen mitte gekippt im fremdbild gefangen. mich selbst nicht besitzend auch unfähig mich zu geben.
all diese monstren der geschichte scharen sich um mich, die so faszinierend grausam sind in ihrer kastrationswut, die frauen bis zur unkenntlichkeit verstümmeln, nur um ihnen eine eigene sexualität zuerkennen zu können. als müsste sie als mensch völlig ausradiert werden, um sexuelles wesen sein zu dürfen.
um den preis sonst nichts zu sein als marionette, zu formende materie, zu füllende hülle darf sie muschi sein, loch, das personifizierte gierige nichts.
und die sätze reichen einander die hand. seine, deine, die aufgeschnappten in öffentlichen verkehrsmitteln, lokalen, die des vaters, der jungen im schulhof. all diese subjekte mit ihrer qua phallus gegebenen definitionsmacht, das objekt fest im griff des blicks.
unter diesem blick bin ich aus meiner fragilen mitte gekippt im fremdbild gefangen. mich selbst nicht besitzend auch unfähig mich zu geben.
june - am Samstag, 8. Januar 2005, 13:00 - Rubrik: absolute schwachstellen
diese konzeption, diese selbstkonstruktion "ich".
ich bin ...
gierig, schamlos, hemmungslos, beherrscht, reflektiert, emotional, rational, romantisch, devot, anlehnungsbedürftig, freiheitsliebend, stur, eigensinnig, verständnisvoll, neugierig, zurückgezogen, abenteuerlustig, übermütig, frustriert, sehnsüchtig, kindisch ...
bin schlampe, geliebte, liebhaberin, feministin, freundin, partnerin,
intellektuelle, mädchen ...
bin frau. im 21. jahrhundert. bin, was ich bin, weil ich es sein darf. weil ich sie mir nehmen konnte die freiheit. die freiheit mich zu erfinden. die freiheit zu sein. "ich".
wie zart sie ist, diese freiheit, wie nah an der illusion. wie fragil das selbstbild.
"er ist genial", schreibst du, "scharfsinnig, ein genie".
und ich, die ich die wut und verletztheit vergangener jahre noch spüre, nehme es doch nochmals zur hand, dieses buch und beginne zu lesen ...
lese: "Ganz allgemein schließt sich W (das Weib) an M (den Mann) vollständig an (...) jedes Wort von ihm ist für sie ein Ereignis, und zwar um so stärker, je mehr er sexuell auf sie wirkt. (...) Sie schämt sich nicht, rezeptiv zu sein: im Gegenteil, sie fühlt sich nur glücklich, wenn sie es sein kann, verlangt vom Manne, dass er sie, auch geistig, zu rezipieren zwinge. Sie schließt sich immer nur gerne an, und ihr Warten auf den Mann ist nur das Warten auf den Augenblick wo sie vollkommen passiv sein könne."
das weib: ohne seele, ohne charakter, ohne genie. der liebe nicht fähig und nicht des freien willens, kennend weder logischen noch moralischen imperativ, abgrundtief verlogen und ohne "ich", pure passivität, der reine trieb.
mitten hinein deine mail:
"und morgen möchte ich dich knien sehen....."
imaginiere dich arm in arm mit deinem genie und mich unter eurem blick.
und kann sie nicht mehr spüren, meine lust und mein begehren und die angst steigt auf, das nie wieder zu können, was so wunderbar war:
knien vor dir.
müde, traurig, heimatlos.
so erschreckend zerbrechlich.
mich selbst überschätzt.
wiedermal.
ich bin ...
gierig, schamlos, hemmungslos, beherrscht, reflektiert, emotional, rational, romantisch, devot, anlehnungsbedürftig, freiheitsliebend, stur, eigensinnig, verständnisvoll, neugierig, zurückgezogen, abenteuerlustig, übermütig, frustriert, sehnsüchtig, kindisch ...
bin schlampe, geliebte, liebhaberin, feministin, freundin, partnerin,
intellektuelle, mädchen ...
bin frau. im 21. jahrhundert. bin, was ich bin, weil ich es sein darf. weil ich sie mir nehmen konnte die freiheit. die freiheit mich zu erfinden. die freiheit zu sein. "ich".
wie zart sie ist, diese freiheit, wie nah an der illusion. wie fragil das selbstbild.
"er ist genial", schreibst du, "scharfsinnig, ein genie".
und ich, die ich die wut und verletztheit vergangener jahre noch spüre, nehme es doch nochmals zur hand, dieses buch und beginne zu lesen ...
lese: "Ganz allgemein schließt sich W (das Weib) an M (den Mann) vollständig an (...) jedes Wort von ihm ist für sie ein Ereignis, und zwar um so stärker, je mehr er sexuell auf sie wirkt. (...) Sie schämt sich nicht, rezeptiv zu sein: im Gegenteil, sie fühlt sich nur glücklich, wenn sie es sein kann, verlangt vom Manne, dass er sie, auch geistig, zu rezipieren zwinge. Sie schließt sich immer nur gerne an, und ihr Warten auf den Mann ist nur das Warten auf den Augenblick wo sie vollkommen passiv sein könne."
das weib: ohne seele, ohne charakter, ohne genie. der liebe nicht fähig und nicht des freien willens, kennend weder logischen noch moralischen imperativ, abgrundtief verlogen und ohne "ich", pure passivität, der reine trieb.
mitten hinein deine mail:
"und morgen möchte ich dich knien sehen....."
imaginiere dich arm in arm mit deinem genie und mich unter eurem blick.
und kann sie nicht mehr spüren, meine lust und mein begehren und die angst steigt auf, das nie wieder zu können, was so wunderbar war:
so erschreckend zerbrechlich.
mich selbst überschätzt.
wiedermal.
june - am Freitag, 7. Januar 2005, 18:01 - Rubrik: absolute schwachstellen
es war ein ruhiges fest,
ein fröhliches, gemütliches fest.
daheim sein
daheim SEIN,
geborgen und aufgehoben,
umarmt, gefüttert, gewärmt werden.
noch einmal kind sein.
erwachsenes, geschlüpftes, ausgeflogenes kind,
dennoch kind.
alt genug, um die hektik der kindheit beiseite schieben zu können,
den schalen nachgeschmack zerbrochener kugeln,
mütterlicher hektik,
und peinlich berührtem "stille nacht"-blasens auf der blockflöte.
das christkind enttäuscht nicht mehr,
was es bringt ist "daheim" - so viel wichtiger als alles sonst.
und irgendwie ein anderes "ich",
erholung, abstand von der plötzlich so fremd scheinenden frau,
urlaub vom selbst, wenn auch nur für wenige stunden.
katzenjammer am tag danach. und ein körper, der mit jeder zelle nach berührung schreit, zu zerfallen droht.
die waschmaschine im schleudergang.
das handy schweigt.
welcome back.
ein fröhliches, gemütliches fest.
daheim sein
daheim SEIN,
geborgen und aufgehoben,
umarmt, gefüttert, gewärmt werden.
noch einmal kind sein.
erwachsenes, geschlüpftes, ausgeflogenes kind,
dennoch kind.
alt genug, um die hektik der kindheit beiseite schieben zu können,
den schalen nachgeschmack zerbrochener kugeln,
mütterlicher hektik,
und peinlich berührtem "stille nacht"-blasens auf der blockflöte.
das christkind enttäuscht nicht mehr,
was es bringt ist "daheim" - so viel wichtiger als alles sonst.
und irgendwie ein anderes "ich",
erholung, abstand von der plötzlich so fremd scheinenden frau,
urlaub vom selbst, wenn auch nur für wenige stunden.
katzenjammer am tag danach. und ein körper, der mit jeder zelle nach berührung schreit, zu zerfallen droht.
die waschmaschine im schleudergang.
das handy schweigt.
welcome back.
june - am Sonntag, 26. Dezember 2004, 17:59 - Rubrik: absolute schwachstellen